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Schülercafe

I. Gestaltung der Räume
Ende des Schuljahres 2007/2008 wurde der unattraktive Kellergang des Haupttraktes der Bismarckschule in einem dreiwöchigen Kunst-Projekt mit 9. Klässern zum Eingangsbereich eines Schülercafes umgestaltet. Ziel war es, den dort stattfindenden Vandalismus während der Pausen und in Wartezeiten vor dem Fachunterricht (KTB- und PCB-Raum) zu verhindern.
Die Wände sind nun apricofarben und tragen die lebensgroßen auberginefarbenen Schattenrisse der besten Schüler des Jahrgangs. Bei jeder Renovierung sollen neue Schattenrisse dazu- kommen. Die sehr grellen tief hängenden Arbeitsleuchten wurden von der Stadt Nürnberg verdeckter gehängt und mit weicheren Leuchtmitteln ausgestattet. Tatsächlich gibt es seitdem keine Zerstörungen mehr.
Der Hauptraum war vormals schon einmal Schülercafe. Auch dort hatte zunehmender Vandalismus und das Nichteinhalten von Regeln zur Schließung geführt. Vor dem Bau des Hermann-Kesten-Hauses wurde der Raum dann für die Ganztagsbetreuung genutzt. Dieser Hauptraum wurde von den neuen Betreibern zu Beginn des Schuljahres 08/09 neu gestrichen, und im  „Indien-Stil“ eingerichtet. Außerdem wurde der vorher als Abstellraum genutzte Zwischenraum in das Schülercafe integriert. Im Zebramuster gesprühte Tische und Fototapeten sorgen dort für ein „Afrika-Feeling“.


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II. Nutzung der Räume
- Das Cafe wird von der jeweiligen 9M bzw. 10M unter dem Aspekt „Schülerfirma“ (AWT) betrieben. Bei Neuübernahme, also alle zwei Jahre, einigen sich die Betreiber über den Namen, ein Logo und modifizierte Nutzungsregeln.
- Es gibt regelmäßige Mitgliedsversammlungen im Rahmen des AWT- Unterrichts, Dort werden Bedürfnisse einzelner Abteilungen angesprochen, Lösungen vereinbart und  Aktionen geplant.
- Schüler, die sich besonders engagieren, (die Kontrolle der Abteilungen übernehmen, Ideen einbringen und Sonderaufgaben erfüllen) erhalten eine entsprechende Bemerkung über ihr Engagement im Zeugnis. Dadurch konnte im Gegensatz zu vorher mehr Stetigkeit erreicht werden.
- Eine Nutzung durch andere Klassen oder AGs ist möglich, muss aber mit den Betreibern abgesprochen werden.
- In den Pausen darf das Cafe von 9. und 10.Klässlern genutzt werden. Die Betreiber stellen das Cafe zu Beginn des Schuljahres in den Klassen vor. Bei Interesse wird gegen die Unter-schrift bestimmter Nutzungsregeln und eine geringe Gebühr ein Ausweis mit Lichtbild erstellt.
- In der Mittagspause kommen auch Ganztagsschüler aus den 7. und 8.Klassen, die dort vor allem spielen (Karten- und Brettspiele) oder lernen wollen. 
- Es sind verschiedene Getränke erhältlich, außerdem bieten die Schüler, welche den Fachbereich Soziales belegt haben an bestimmten Tagen Speisen an. Dies funktioniert deshalb, weil die Fachlehrkräfte die Herstellung und den Verkauf entsprechend unterstützen.
- Mitgebrachte Speisen und Getränke können selbstverständlich ebenfalls verzehrt werden.

Fazit: Die Räume haben sich vor allem als Möglichkeit etabliert, in ruhiger, angenehmer Atmosphäre zu essen und zu trinken, zu entspannen, zu spielen oder gemeinsam zu lernen.

Eine Aufsicht seitens der Lehrkraft ist immer nur zu Beginn eines neuen Schuljahres  notwendig, um den Betreibern zu helfen, Regeln durchzusetzen, deren Einhaltung zu garantieren oder Verstöße zu ahnden, Spätestens zum Halbjahr schaffen die Schüler dies in eigener Verantwortung. Vandalismus gibt es überhaupt nicht mehr. Gründe dafür sind:
- die Aufwertung der Räumlichkeiten durch die Gestaltung
- das von den Betreibern in den Öffnungszeiten gestellte „Security-Team“
- die Lichtbildausweise, welche Lehrkräften, die Pausenaufsicht haben, ebenso wie dem Security-Team ermöglichen zu wissen, wer Zutritt hat. Außerdem verringern sie das Gefühl der Anonymität.

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III. Highlights
- Projekttag zum Thema „Gesunde Ernährung“: Vortrag der HSB-Fachlehr-kraft, Einkauf, Herstellung und Verkauf gesunder Pausensnacks, Bedarfsermittlung
- Projekttag mit der Firma Novartis im Rahmen des Caring Days: Präsentation des Cafes vor den Mitarbeitern, verschiedene Workshops der Mitarbeiter zu den Themen: Planung, Kontrolle, Finanzierung, Werbung, Kommunikation
- zwei weihnachtliche Lesungen für drei interessierte neunte Klassen
- Nutzung für Festivitäten (Streitschlichter, Schulsanitäter)
- Alkoholpräventionsprojekt des Jugendamtes, durchgeführt von der Schulsozialpädagogin für 8.Klassen

IV. Das Cafe in Bezug auf den Lehrplan
a) Kunst
- „gestaltete Räume in ihrer Wirkung auf Menschen erkunden und Vorstellungen einer mögli-chen Weiterentwicklung und Veränderung entwickeln“. Dieses LP-Ziel wurde durch die Gestaltung der Cafe-Räume und des Kellergangs in die Praxis umgesetzt und erlebt. (gültiger LP 9. und 10.Jgst.). Jede Klasse, die das Cafe neu übernimmt kann sich erneut mit diesem LP-Ziel auseinandersetzen.

b) in AWT
- Durch die Gestaltung wurde außerdem der LP-Inhalt „Wohnen – Wunsch und Wirklichkeit“ realisiert. Die Planung, Kostenrecherche und die Aufstellung eines Finanzierungsplans machten den Schülern bewusst, dass es zwischen ihren Wünschen und der Realisierbarkeit durchaus eine Diskrepanz gibt, zeigten ihnen aber auch positive Möglichkeiten auf, teure, zunächst nicht erfüllbare Wünsche durch Kreativität und mit einfachen Mitteln doch ver-wirklichen zu können. (gültiger LP  9.Jgst.) Auch diesen Bereich können sich neue Betrei-ber jedes Mal wieder überlegen.
- Der LP-Inhalt: „Schüler testen Dienstleistungen oder Waren“ und das damit verbundene Ziel „Die Schüler sollen erkennen, dass es (…) im Alltag notwendig ist, Qualität und Preise von Waren oder Dienstleistungen zu vergleichen und zu testen (…)“ wird durch die ständig notwendigen Entscheidungen zum Einkauf von Produkten umgesetzt. (gültiger LP 9.Jgst.) ´
- Am stärksten realisiert werden  die Inhalte „Der Betrieb als Ort des Arbeitens und Wirt-schaftens“ (9.Jgst.) und der Inhalt „Schüler gründen eine Schülerfirma“ (10.Jgst.). Neben den darin enthaltenen Zielen, die durch das Cafe erfahren und damit intensiv vermittelt werden, sind selbstverständlich auch die sogenannten Schlüsselqualifikationen (Kernkom-petenzen) andauernd gefordert

c)  in Deutsch
- Präsentationen des Cafes vor den anderen Klassen ebenso wie vor Besuchern der Schule erfordern die Erstellung strukturierter, aussagekräftiger und fehlerfreier Texte ebenso wie den freien Vortrag und den richtigen Einsatz von Medien.

d)  in KTB
- Durch das Cafe wird das Erlernen des sicheren Umgangs mit gängigen Office-Programmen  plausibel, routiniert und motivierend.

Fazit: Das Cafe leistet einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Ausbildungsreife.