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Hermann Kesten

Hermann Kesten
* 28. Januar 1900
† 3. Mai 1996

Deutscher Schriftsteller jüdischen Glaubens
Ehrenbürger der Stadt Nürnberg
Er besuchte die Grundschule Bismarckstraße von 1906 - 1910

Wegen seines Glaubens und politischer Gesinnung aus Deutschland vertrieben, trat er später aus den USA als Retter und Unterstützer zahlreicher vom NS-Regime verfolgter Künstler in Erscheinung.

In unserer Schule steht eine Büste (gestaltet von Prof. Uhlig) mit einem Satz, den Hermann Kesten 1965 in Nürnberg sagte:
"Ich fühle mich in keiner Stadt der Welt so zu Hause wie in Nürnberg und in keiner Stadt so fremd."

(Quelle: www.wikipedia.de)






















Wer war Hermann Kesten?

Hermann Kesten kam am 28.01.1900 als Sohn von Isidor und Ida Kesten in Podwoloczyso in Galizien (Polen) auf die Welt. Seine Eltern zogen 1905 nach Nürnberg, wo sie im 3. Stock der Martin-Richter-Str. 18 wohnten. Hermann Kesten besuchte von 1906 bis 1910 die Grundschule an der Bismarckstraße. Übrigens ging auch seine Cousine Ida zu uns in die Schule (siehe Schulbucheintrag).

 

Wie erlebte er die Bismarckschule?
Die Umgebung seiner damaligen Grundschule beschrieb er in den „Zwillingen von Nürnberg“ so: “Primula schlug den Weg in die Stadt ein. Die Bäume rauschten wie erschrocken. Schon die Schwestern am Bismarckschulhaus. Ihre Schritte hallten in der öden Straße. Das Pflaster glänzte in der Nähe der Laternen schwarz und feindlich.“ Wenn wir heute diesen Eindruck des einst am Stadtrand gelegenen Schulhauses wiederfinden wollen, werden wir statt des Rauschens der Bäume den Verkehrslärm der viel befahrenen Welserstraße hören. 1908 zog Kesten in den zweiten Stock der Ludwig-Feuerbach-Str. 63. Er besuchte damals die Grundschule bereits zwei Jahre. Seit der Grundschulzeit von Hermann Kesten hat sich im Verlauf von mehr als 90 Jahren vieles verändert, nicht nur die Umgebung der Schule. Auch das Leben der Anwohner hat sich gewandelt. So kommen die Schüler unserer Schule aus vielen verschiedenen Nationen.

 

Wie ging sein Leben weiter?
1910 wurde er Schüler des Melanchton-Gymnasiums und die Kestens wechselten nochmals die Wohnung und zogen in den ersten Stock der Fichtestr. 4. 1919 machte er das Abitur und studierte anschließend Volkswirtschaft und Jura in Erlangen, sowie Germanistik und Philosophie in Frankfurt am Main. Hermann Kestens betätigte sich ab 1926 als freier Schriftsteller. Sein erster Roman „Josef sucht die Freiheit“, den er mit 28 Jahren schrieb, war gleich sehr erfolgreich. Berühmte Schriftsteller wie Heinrich Mann, Joseph Roth und Erich Kästner zählten zu seinen Freunden.

 

Wie überlebte Hermann Kesten das Dritte Reich?
1933 wurden seine Bücher als „undeutsche Schriften“ verbrannt. Alle Bücher von jüdischen Schriftstellern wurden damals verbrannt. Er musste vor dem NS-Regime fliehen. Sein Weg führte abwechselnd nach Paris, Nizza, Amsterdam und Ostende. Bei Kriegsausbruch 1939 wurde er in den französischen Lagern Colombes und Nevers mit anderen Emigranten als „feindlicher Ausländer“ interniert. 1949 gelang ihm die Flucht in die U.S.A. In Amerika angekommen, versuchte er seinen Schicksalsgenossen zu helfen, weshalb ihn Stefan Zweig als den „... Schutzvater und geradezu Schutzheiligen aller über die Welt Versprengten ...“ bezeichnete. Schließlich musste er feststellen: „In allen Erdteilen sind meine Toten beerdigt.“ „Ich habe mehr Freunde unter der Erde als in meinem Adressbuch".

 

Sein Leben nach dem Zweiten Weltkrieg
1949 erhielt Hermann Kesten die Staatsbürgerschaft der U.S.A. und reiste abwechselnd zwischen New York, Rom und der Schweiz hin und her. Er wurde Kulturpreisträger und Ehrenbürger der Stadt Nürnberg, von der er sagte: „Ich fühle mich in keiner Stadt der Welt so zu Hause wie in Nürnberg und in keiner Stadt so fremd.“ Dieser Satz ist unter seiner Büste in unserem Schulhaus nachzulesen.